Virtuelle Plattform und Aktivierungsprogramm der Ausstellung "Critical Zones"

Critical Zones fällt mit der COVID-Pandemie zusammen und führt uns Kernfragen der ökologischen Krise vor Augen, deren ZeugInnen wir sind. Diese Situation erfordert eine neue Erd- und Ausstellungspolitik. Die Ausstellung im ZKM wurde daher mit einer virtuellen Plattform verbunden und mit einem experimentellen, hybriden Vermittlungsprogramm ‚aktiviert’.

Die Ausstellung „Critical Zones. Horizonte einer neuen Erdpolitik“ möchte aufzeigen, in welchen Verstrickungen, Abhängigkeiten und Zusammenhängen wir uns im Neuen Klimaregime befinden. Die Corona-Pandemie überwältigt uns gerade darin, wie verworren jeder einzelne Prozess ist: von klimatischen Reaktionsketten über stillstehende wirtschaftliche Infrastrukturen bis hin zum beeinträchtigten Alltag einer Kulturinstitution. Wie kann man Ausstellungsinhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, wenn durch den Lockdown alle Planungen einer Ausstellung auf Eis gelegt werden müssen? Tatsächlich lag der „Zwangspause“ ein kreatives Potential inne: die Ausstellungsinhalte der beteiligten KünstlerInnen konnten völlig neu gedacht und im virtuellen Raum auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden. War eine Kommunikation nach außen plötzlich nur noch digital möglich, wurden vielfältige Kanäle aktiviert, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

Das umfassende Live-Streaming Festival vom 22.–24.05., zu welchem internationale Gäste für Vorträge und Diskussionen eingeladen wurden, die ständig wachsende und sich verändernde Ausstellungsplattform www.critical-zones.zkm.de, das digitale Aktivierungsprogramm mit experimentellen Reihen wie die Terrestrische Universität, die Critical Break, oder die Führungen durch Kritischen Zonen gemeinsam mit engagierten Initiativen verbinden plötzlich ein lokales Publikum mit einer internationalen Community. Dreh- und Angelpunkt ist ein belebter Telegram-Chat. Mit Fokus auf die Ausstellungsplattform, die gemeinsam mit der Agentur für Kranke Medien (Programmierung) und operative.space (Grafik) entwickelt wurde, sowie auf einzelne Vermittlungsformate wie die Critical Break auf InstaLive oder die Terrestrische Universität auf Zoom und Telegram, möchten wir den Ansatz von Critical Zones, Zugang in pandemischen Zeiten zu gestalten, präsentieren.

Mit welchen rechtlichen Problemen waren Sie konfrontiert?

Bei der Übersetzung der Kunstwerke ins Digitale mussten die Rechte und das Einverständnis abgefragt und in einigen Fällen Verträge und Konditionen mit den KünstlerInnen neu verhandelt werden.

Mit welchen technischen Problemen waren Sie konfrontiert?

Die immense Unterstützung des Videostudios und der EDV des ZKM sowie die enge Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen des Hauses hat die Realisierung der digitalen Formate überhaupt erst möglich gemacht. Spannend ist dabei auch, welche neuen Vernetzungen und Absprachewege hausintern gelegt wurden, da die Konzeption der neuen Formate ganz eng mit ihren technischen Umsetzungsmöglichkeiten verknüpft sind. Nach wie vor bestimmen technische Absprachen mit dem Videostudio und der EDV die Formatgestaltung durch die Museumskommunikation, die Kuratorische Abteilung, die Veranstaltungsabteilung und die Kommunikations- und Marketingabteilung erheblich mit. Besonders ermutigend war dabei die Erfahrung, dass das Publikum erstaunlich flexibel ist und viel verzeiht – zum Beispiel 15-minütige Verzögerungen im Livestream, Zoom-Bombings oder Mikrofon-Verhedderungen. Die Bewältigung solcher Probleme mit einem teilhabenden Publikum ist Teil unmittelbarer Kommunikation und eines direkten Zugangs.


Institution

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe




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