Save the Date: Die 10. Internationale Konferenz „Zugang gestalten!“ findet vom 28. bis 30. Oktober 2020 in der Münchner Stadtbibliothek im Gasteig statt

Schwieriges Erbe

Zum kulturellen Erbe gehören nicht nur die Schatzkästchen zweckfreier Kunst, zum kulturellen Erbe gehört nicht nur das Schöne, Wahre und Gute. Zum kulturellen Erbe gehören auch die Zeugnisse von Rassismus, Antisemitismus und Homophobie. Zum kulturellen Erbe gehört auch das Kolonialerbe, gehören Propaganda- und Hetzschriften. Dazu gehören auch Bauwerke, die mit einer klaren nationalistischen Intention gebaut wurden und die heute einerseits als Denkmäler erhalten werden, andererseits aber neu kontextualisiert werden müssen. Zum kulturellen Erbe gehören auch Filme, die ganz offensichtlich oder auch versteckt rassistische Haltungen propagieren. Dazu gehören viele Dokumente, die Zeugnis geben darüber, wie verbreitet menschenfeindliche Haltungen waren, sobald es um das tatsächlich oder vermeintlich Fremde geht. Zum kulturellem Erbe gehören auch die Zeugnisse von Menschenrechtsverletzungen, bei denen sich die Frage stellt, ob ihre Ausstellung diese nicht noch vertieft. 

Wie sollen wir mit solchen Zeugnissen, wie sollen wir mit diesem Erbe umgehen? Soll es frei zugänglich gemacht oder in „Giftschränken“ versteckt werden? Wie können, dürfen oder müssen solche Dokumente kontextualisiert werden? Wie wird in anderen Ländern mit solchen Zeugnissen umgegangen?

Die 10. Internationale Konferenz „Zugang gestalten!“ widmet sich in München vom 28. bis 30. Oktober in der Stadtbibliothek Am Gasteig diesen schwierigen Fragen. 

Sie wird getragen von der Münchner Stadtbibliothek, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Bundesarchiv, der Deutschen Digitalen Bibliothek, dem Deutschen Filminstitut Filmmuseum, der Deutschen Nationalbibliothek, dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (Digis), iRights e.V., der Stiftung Historische Museen Hamburg, Wikimedia Deutschland und dem ZKM Karlsruhe.