bavarikon – Kultur und Wissensschätze Bayerns

bavarikon ist das Web-Portal des Freistaats Bayern, in dem bayerische Einrichtungen wie Archive, Bibliotheken und Museen ihre Schätze online präsentieren können – weltweit, dauerhaft und kostenfrei. bavarikon stellt die Plattform zur Verfügung sowie Fördermittel, mit denen Partner die Digitalisierung und Erschließung ihrer Bestände finanzieren können.

Seit 2013 ist bavarikon online und präsentiert mehr als 330.000 Objekte aus 94 bayerischen Einrichtungen (Stand August 2020). Bei den Partnern, die bavarikon laufend hinzugewinnt, handelt es sich um Archive, Bibliotheken und Museen oder Institutionen aus Wissenschaft und Verwaltung. Die Inhalte von bavarikon sind dementsprechend vielfältig: Urkunden, Briefe, Karten, Handschriften, Bücher, Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, Geld und Kunsthandwerk, Musikalien oder archäologische Funde, also das gesamte Spektrum des in bayerischen Einrichtungen gesammelten Kulturguts.

Besonders herausragende Stücke können als 3D-Modell präsentiert werden. Die Digitalisate werden auf der Plattform selbst hochauflösend vorgehalten. Dies ermöglicht starkes Zoomen bis in die Details und ein bruchloses Nutzungserlebnis. Zusätzlich können Inhalte in Virtuellen Ausstellungen nochmals vertieft dargestellt werden.

bavarikon wendet sich an ein breites Publikum weltweit, weswegen die Inhalte auch auf Englisch angeboten werden. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, als sämtliche Kultureinrichtungen vorübergehend geschlossen waren, erwies sich dies als großer Vorteil. Das Angebot in bavarikon wurde verstärkt wahrgenommen. Tatsächlich befinden sich die Zugriffszahlen seit Beginn der Pandemie auf einem Hoch.

Über die Projektanträge entscheidet ein Rat, in dem 14 Expert*innen aus Wissenschaft, Kunst, Kultur und Verwaltung vertreten sind. Stimmt der Rat zu, werden die notwendigen Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Die Vorteile für die bavarikon-Partner sind sehr nachhaltig: Sie verfügen über hochwertige Digitalisate, die sie frei nachnutzen können. Diese Projekte ermöglichen es den bavarikon-Partnern, ihre Bestände tiefer zu erschließen und Meta- bzw. Katalogdaten zu überarbeiten. Die online gestellten Inhalte sind vielfach zusätzliche Werbung, mit denen sich weitere Nutzerkreise gewinnen lassen. V.a. kleinere Häuser ersparen sich den Aufwand für den Betrieb einer eigenen Web-Präsentation.

Mit welchen rechtlichen und technischen Problemen waren Sie konfrontiert?

Das Urheberrecht ist eine große Hürde: Erforderlich sind individuelle Vereinbarungen mit den Rechteinhabern. Diese Vorgänge sind sehr aufwändig und müssen von den bavarikon-Partnern durchgeführt werden.

Sehr aufwändig gestaltet sich die Übernahme von Metadaten. bavarikon ist mit einer Vielzahl an Datenhaltungssystem und Datenformaten konfrontiert. Dazu kommt die nur geringe Standardisierung im Archiv- und Museumsbereich. Lösbar ist dies aktuell nur durch individuelle Datenmappings bzw. den Aufbau von Schnittstellen aus Datenhaltungssystemen, die von mehreren Einrichtungen verwendet werden. Für bavarikon wurde dazu ein Datenformat entwickelt, das sich am Europeana Data Model (EDM) orientiert.

Mit der 3D-Digitalisierung betritt bavarikon vielfach technisches Neuland. Die Herausforderungen liegen dabei in den Objekten selbst, die sich nicht immer für eine Digitalisierung eignen, in der fotorealistischen Darstellung der Farblichkeit sowie in den großen Datenmengen, die auf eine webfähige Darstellung reduziert werden müssen. Dies erfolgt durch eine Verminderung der Polygonzahl, wobei der Informationsverlust durch eine Normalmap ausgeglichen wird.


Institution

Bayerische Staatsbibliothek

im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Bayerischen Staatsministerium für Digitales



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